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20.11.2017

„Gaudeamus igitur“ auf einer musikalischen Weltreise

Uralte Fachwerkhäuser mit Butzenscheiben und Türen mit Eisenbeschlägen, gotische Erkern und spitze Dachgauben bilden das Labyrinth der engen, winkeligen Gassen, die nachts vom Schummerlicht der an den Fassaden hängenden Gaslaternen gelblich beleuchtet werden. Wie ein majestätisches Steingebirge erhebt sich in der Mitte der Altstadt die katholische Kathedrale „Notre-Dame de l´Assomption“, die alle anderen der zahlreichen Kirchen überragt. Ein perfektes Mittelaltergefühl in der Stadt der 100 Türme, der „Ville aux cent clochers“, wie Victor Hugo sie nannte.
Dennoch war Rouen in der Normandie eine der ersten französischen Städte, in der die Reformation Luthers auf fruchtbaren Boden gefallen war. Nach der Aufführung der Reformationssymphonie von Felix Mendelssohn-Bartholdy, dem Beitrag des Orchesters Berliner Musikfreunde (OBM) zum großen Lutherjubiläum, machten sich 42 der Musiker just am Reformationstag, dem 31. Oktober, nach Rouen auf, um mit dem dortigen Orchester OPUS 76 gemeinsam für ein großes Konzert im Opernhaus am 4. November zu proben.
Die Pulte wurden gemischt, so dass ein „Berlinois“ neben einem „Rouennais“ saß, oder sich eine „Rouennaise“ die Noten mit einer „Berlinoise“ teilte. Nicht alle Berliner sprachen Französisch, und nur einige Franzosen etwas Deutsch, doch die Sprache der Musik beherrschte jeder zur Genüge. So fühlte man sich seinem Nachbarn, seinem Gegenüber, ja dem ganzen Orchester sofort verbunden – trotz teils erheblicher Altersunterschiede bis zu 70 Jahren, die unseren „Doyen“ von der „Ecolière“, also unseren Ältesten von der sechzehnjährigen Schülerin trennte. Immerhin gibt es das OBM schon 150 Jahre, OPUS76 gerade einmal zehn. Die Harmonie bestimmte aber die folgenden vier wunderbaren Tage – und auch zwischen den künstlerischen Leitern sprangen Funken über: Der voller Energie sprühende Tristan Benveniste, Geiger im festen Ensemble der Oper von Rouen, leitete das große Orchester mit Temperament und rhythmischen Elan, und faszinierte damit auch unsere Dirigentin Yukari Ishimoto, die wiederum mit ihrer Präzision und tief empfundenen Musikalität nachhaltig auf Tristan einwirkte.
So konnte das Konzert nur zum Erfolg werden. Johannes Brahms’ Akademische Festouvertüre wirkte dabei durchaus programmatisch, hatte dieser doch sein voller Studentenlieder gespicktes Werk für seine Verleihung des Ehrendoktors der Universität von Breslau im Jahre 1879 komponiert. „Gaudeamus igitur“ könnte das Motto der ganzen Reise gewesen sein. Denn auch für die kulinarische Verpflegung, „Cuisine à la Français“, mit warmen und kalten Mittagstafeln – und dem Schoppen Wein – an endlos langen, hübsch gedeckten Tischen in den Räumen der Opéra hatte das OPUS76 großzügig gesorgt.
„Danzon Nummer 2“ ist wohl das berühmteste Stück des mexikanischen Komponisten Arturo Márquez, das in Rouen zur Bravur gelang, ebenso wie der „Jupiter“ aus der „Suite der Planeten“ des britischen Komponisten Gustav Holst. Dimitri Schostakowitschs „Walzer Nummer 2“ bescherte dem Orchester nicht nur im Programm sondern auch wiederholt als Zugabe rauschenden Applaus. Und Modest Mussorgskys „Nacht auf dem kahlen Berge“, die musikalische Umsetzung einer frenetischen Feier des Hexensabbats, die dann so innig lyrisch, so versöhnlich endet, war vielleicht schon die Präfiguration für den letzten Abend. An diesem feierten die Franzosen zusammen mit den Deutschen ausgelassen ihre musikalische Weltreise von Deutschland (Brahms), England (Holst), Russland (Mussorgsky und Schostakowitsch) nach Mexiko (Márquez) in einer gemütlichen Kellerbar, wo bei reichlich Bier und Wein und wildem Tanzen im Stroboskoplicht der Aufenthalt in Rouen endete.
Markus Brandis

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